Wenn wir von Verkaufsautomaten sprechen, denken die meisten Menschen an die typischen Snackspender am Bahnhof, es gibt aber heute deutlich mehr. Das ist für Gründerinnen interessant, denn der Verkauf läuft primär ohne Personal, während die Automaten den Umsatz rund um die Uhr erwirtschaften. Mit weiteren Standorten lässt sich das Konzept dann sogar weiter ausbauen. 

Ganz ohne Planung klappt es aber nicht, denn das Sortiment ist genauso entscheidend wie der Standort und die Einkaufspreise. Attraktiv ist dann aber die Skalierbarkeit, denn anstatt direkt ein Ladenlokal mit Personal zu stemmen, kann man langsam und mit wenigen Geräten beginnen. Passen die Verkaufszahlen, geht es dann weiter. 

Welche Arten von Automatengeschäften gibt es?

Wer ein Automatenbusiness aufbauen möchte, kann zwischen sehr unterschiedlichen Konzepten wählen. Am bekanntesten sind Snack- und Getränkeautomaten, die sich besonders für Bahnhöfe, Bürogebäude, Schulen, Fitnessstudios oder stark frequentierte öffentliche Orte eignen. Kaffeeautomaten sind vor allem in Unternehmen und Wartebereichen gefragt, zumindest aber auch in Krankenhäusern. 

Daneben wächst das Angebot an sogenannten Mikromärkten, die mehrere Automaten und Selbstbedienungslösungen an einem Standort bündeln und so ein breites Sortiment anbieten. 

Möglich sind beispielsweise gekühlte Speisen, Milchprodukte, regionale Lebensmittel oder Fertiggerichte. Auch spezialisierte Konzepte mit Hygieneartikeln, Zubehör, Tierbedarf oder Produkten für Reisende können funktionieren. Interessant sind zudem Automaten, die einen bestehenden Betrieb ergänzen, denn mit einem Automaten kann ein Hofladen nach Feierabend weiterverkaufen, ein Hotel seinen Gästen nachts Snacks anbieten und ein Studio Getränke oder Sportzubehör ohne zusätzliches Personal bereitstellen. Entscheidend ist weniger, möglichst viele Waren anzubieten, sondern das Sortiment auf die Zielgruppe am jeweiligen Standort abzustimmen.

Produktmarge spielt die Hauptrolle für den Erfolg

Über den Erfolg und die Umsätze entscheidet die Produktmarge zu großen Teilen. Deshalb sind Partner wie Distribución Mayorista, die Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten, für das Wachstum eines Automatenbusiness besonders interessant. Im Großhandel lassen sich unter anderem Getränke, Süßwaren, salzige Snacks, Kaffeeprodukte und weitere typische Vending-Artikel beziehen.

Wie wirtschaftlich das Konzept ist, lässt sich aber nicht nur am Umsatz ablesen. Von jedem Verkauf müssen Einkaufspreis, Stellplatzmiete, Strom, Wartung, Zahlungsgebühren, Versicherung und gegebenenfalls Finanzierungskosten gedeckt werden. Hinzu kommen mögliche Verluste durch abgelaufene Ware oder Ladenhüter.

Deshalb lohnt sich eine nüchterne Kalkulation für jedes einzelne Produkt. Sinnvoll ist es, Einkaufspreis und Verkaufspreis nicht isoliert zu betrachten, sondern den tatsächlichen Deckungsbeitrag nach variablen Kosten zu prüfen. Ein Artikel, der sich häufig verkauft, aber nur eine geringe Marge bringt, muss nicht automatisch besser sein als ein seltener gekaufter Artikel mit höherem Deckungsbeitrag.

Als erfolgreiche Betreiberin lohnt es sich, den Umsatz permanent zu beobachten und Anpassungen vorzunehmen, wenn einige Produkte nicht gut gehen oder andere Produkte die Käufe angekurbelt haben. 

Warum Kunden an Automaten nicht vorbeigehen können

Der Automat löst ein Problem, das in klassischen Geschäften nicht immer abgedeckt ist. Er kann die spontane Nachfrage von Kunden in dem Moment befriedigen, in dem sie entstanden ist. Wenn jemand spätabends noch etwas trinken möchte oder in der Pause einen Snack sucht, schätzt er kurze Wege und schnelle Bezahlung. 

Moderne Automaten erfordern kein Bargeld mehr, sondern erlauben auch kontaktlose Bezahlungen oder Kartenzahlungen. Ein gut beleuchteter Automat mit sichtbaren Produkten ist außerdem wie ein kleines Schaufenster und lockt mit Waren. 

Wie groß das Potenzial mittlerweile ist, zeigt auch die Welt: Der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft schätzte das Wachstum der Branche für 2024 auf 18,7 Prozent. Neben klassischen Snacks gewinnen demnach auch Mikromärkte und spezialisierte Lösungen an Bedeutung.

Welche Schritte bei der Gründung zu beachten sind

Vor dem Kauf des ersten Automaten muss der Geschäftsplan mit Zielgruppe, Sortiment, angepeilter Verkaufsmenge und laufenden Kosten sowie Investitionsbereitschaft stehen. Außerdem ist die Frage zu beantworten, ob man zunächst einen Einzelautomaten oder einen kleinen Markt aufbauen möchte. 

In Deutschland muss ein gewerblich betriebenes Automatenbusiness angemeldet werden. Werden Automaten außerhalb eines räumlichen oder sachlichen Zusammenhangs mit der eigenen gewerblichen Niederlassung aufgestellt, können zusätzlich Anzeigepflichten bei den zuständigen Behörden bestehen. Wer Lebensmittel verkauft, muss außerdem die lebensmittelrechtlichen Vorgaben beachten und den Betrieb bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung registrieren lassen. Je nach Sortiment spielen Hygiene, Kühlkette, Kennzeichnung und ein geeignetes HACCP-Konzept eine Rolle.

Auch die technische Seite sollte vorab geklärt werden. Wichtig sind zuverlässige Zahlungssysteme, Wartungsmöglichkeiten, Versicherungsschutz und eine Lösung für regelmäßige Befüllung und Reinigung. Sinnvoll ist zudem eine Bestandsüberwachung, damit Topseller nicht ausverkauft sind und schwach laufende Artikel schnell erkannt werden.

Was die beste Lage für den eigenen Automaten-Markt ist

Für einen guten Standort ist es wichtig, dass viele Menschen mit einem konkreten Bedarf am Automaten vorbei kommen. In einem Fitness-Studio oder am Arbeitsplatz und Verkehrsknotenpunkten sind Getränke- und Snackautomaten sehr gefragt, während in Wohngebieten Produkte des täglichen Bedarfs oder gekühlte Lebensmittel interessanter sein können. 

Vor der Standortentscheidung sollten Betreiber deshalb Frequenz, Zielgruppe, Konkurrenz und Aufenthaltsdauer prüfen. Beobachtungen zu verschiedenen Tageszeiten helfen oft mehr als ein einmaliger Eindruck: Ein Standort kann morgens leer wirken und am späten Nachmittag ausgesprochen interessant werden. Auch Sichtbarkeit, Beleuchtung und Sicherheit spielen eine Rolle. Ein günstiger Stellplatz bringt wenig, wenn der Automat versteckt steht oder kaum Laufkundschaft erreicht.

Genauso wichtig wie die Planung und die Zielgruppenorientierung ist der Standortvertrag, denn darin müssen Miete, Umsatzbeteiligung, Stromkosten, Zugangsrechte, Haftungsfragen und Laufzeit geregelt sein. Am Anfang macht es oft mehr Sinn einen Standort zu erschließen und zu testen, um Verkaufsdaten zu sammeln. Wenn es läuft, kann man weitere Automaten zum Einsatz bringen oder sogar einen Mikromarkt ins Leben rufen. 

Kaum ein anderes Geschäftsmodell mit geringem personellen Aufwand hat ein so hohes Wachstumspotenzial wie das Automatenbusiness. Selbst wenn es nur ein oder zwei Automaten sind, ist das Gewinn passiv erwirtschaftet und bringt voran.